So, da das ganze jetzt doch schon eine Weile nicht mehr aktuell ist, sollte ich hier vielleicht mal aufräumen und für Ordnung sorgen… Die Abstinenzwette… worum ging es da doch gleich?
Ach ja, genau. Es ist der 28. September 2007. In den frühen Morgenstunden ist die Geburtstagsparty von Kaja und Sabi gerade am ausglühen. Die Reihen haben schon weitgehend gelichtet, und die einzige beiden, sie noch auf den Bänken sitzen und sich noch nicht in die Richtung der Ecke mit den Kissen verzogen haben, sind Paff und ich. Paff – der schon ganz gut alkoholisiert ist – und ich unterhalten uns. Und landen irgendwann beim Thema Alkohol. Den rühr’ ich ja, wie allgemein bekannt sein dürfte, prinzipiell nicht an. Plötzlich entwickelt sich folgender Dialog (respektive Trialog) – das, was ich sage, ich jeweils kursiv:
“Booki, ich finde du hast Recht!” – “Bitte was?” – “Ja du hast Recht mit dem Alkohol. Ich trinke jetzt auch nicht mehr.”
“Ähh… nee ist klar. Wie besoffen bist du denn, dass du nicht mehr weißt was du da eigentlich laberst?”
“Ich bin gar nicht betrunken!”
“Nee gar nicht..:”
“Wetten, dass ich es schaffe, nie wieder Alkohol zu trinken.”
“Übertreib mal nicht. Versuch ein Jahr so zu leben wie ich es tue.”
“Okay… Julius!”
“Ja?”
“Der Booki hat eine Wette vorgeschlagen [eigentlich war es ja eher er selbst, aber egal...]. Ein Jahr keinen Alk. Bist du dabei?!”
“Ja… von mir aus!”
Nun gut… so fing das also an. Nachdem auch noch ein gewisser Rhödde davon werden konnte, sich dieser Neoprohibitionsbewegung anzuschließen, war das alkoholfreie Trio komplett – und fest entschlossen, die Wette zu gewinnen, auch wenn andere ihnen wenig Chancen gaben (Zitat Kaja: “Ihr spinnt doch. Spätestens an Halloween seid ihr alle wieder hacke.”).
Doch schon bald gab es einen ersten Rückschlag: Als die drei am nächsten Morgen aufwachten und sich der Restalkohol in ihrem Blut sich so langsam verflüchtigt hatte, sahen sie endlich mit klarem Kopf auf was sie sich eingelassen hatten. Zitat Julius: “Oh Gott, ein Jahr? Das heißt ja… wie soll ich denn die Ritterspiele überstehen? Oder das Mini-Rock-Festival? Und kein Bier auf dem Rauschbart!”.
Das führte schon bald – sehr bald, nämlich schon am nächsten Abend – das ein Teilnehmer sich nicht mehr im Stande sah, die Bedingungen der Wette einzuhalten und sich wieder dem Alkohol hingab. Rhödde war also aus dem Rennen.
Die Konkurrenz, die sich zwischen Julius und Paff in den nächsten Wochen entwickelte, wurde noch mehr anheizt durch die scheinbar wahnwitzigen Wetteinsätze, die mit den Teilnehmern geschlossen wurde. Von Hochzeitskuchen und Tanzkursen war die Rede, von ganzen Kästen mit Bier und sogar von Unsummen wie 20 Euro!
In der Zwischenzeit ereignete sich auch die Berentzenkuss-Affäre: Dabei überzeugte Paff seine Freundin davon, einen großen Schluck Berentzen zu trinken und ihn dann zu küssen, damit er wenigstens ein bisschen Geschmack abbekäme.
Was nun geschah, war jedoch in keinster Weise vorrauszusehen: Ich zerstritt mich mit Kaja! Besser gesagt, ich habe es darauf angelegt mich mit ihr zu zerstreiten, weil mir ihre Art, andere Menschen zu behandeln ziemlich auf den Keks ging. Ich hoffte ihr, eine Lektion erteilen zu können, indem ich sie fortan vollkommen ignorierte und alle Festivitäten, auf die sie sich begab, tunlichst mied. Ich tauchte also auf keiner Party und keinem DVD-Abend mehr auf, was einen entscheidenden Nachteil mit sich brachte: Ich als Wettleiter konnte so nicht mehr überprüfen, ob sich alle an die Bedingungen der Wette hielten (taten sie übrigens nicht… den Bericht zum großen Mon-Cheri-Fressen auf dem Rauschbart könnt ihr im Blog finden). Da auch kein Ende des Streits mit Kaja in Sicht war, übertrug ich kurzerhand die Wettleitung an Claudi, die Freundin von Paff. Ich sagte ihr, sie könne die Spielregeln nun nach ihrem eigenen Belieben ändern oder von mir aus auch die ganze Aktion beenden. Was sie schließlich auch tat.
An Silvester war es dann nämlich endlich so weit: Claudi erlöste Paff und Julius von ihrer mittlerweile unfreiwilligen Abstinenz und gestattete ihnen, fortan wieder zu trinken, ohne die dadurch eigentlich entstehenden Wettschulden begleichen zu müssen. Scheinbar haben die beiden das auch gleich schamlos ausgenutzt (Stichwort Bierdusche) – ich selbst kann es nicht beurteilen, da ich auch dieser Feierlichkeit ferngeblieben bin.
Joah… so endete das ganze bereits nach 94 Tagen – gerade mal etwas mehr als ein Viertel der geforderten Zeit. Und was meinen Streit mit Kaja angeht: Der ist mittlerweile beigelegt und unsere Freundschaft ist harmonischer denn je *Hustenanfall*.
