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Bin ich der Einzige…
Samstag, 26. September 2009, 13:06

… der beim Anblick der aktuellen CDU-Wahlplakate ein kleines Déjà-vu-Erlebnis hatte?

Ansonsten, was soll “Wir wählen die Kanzlerin” eigentlich für ein Wahlkampf-Motto sein? Das Ganze ist ja wohl viel mehr ein Offenbarungseid der Union, die diesmal gleich ganz auf Wahlkampfversprechen verzichtet, an denen sie nachher gemessen werden könnte.

Nachtrag vom 1. Oktober 2010

Neueste Erkenntnisse aus der Schweiz erhärten den oben geäußerten Verdacht bezüglich einer Verbindung zwischen Angela Merkel und Monty Burns:



“I was actually black before the election”
Mittwoch, 23. September 2009, 11:39

Auch nach zigmaligem Ansehen könnte ich mich bei Lettermans Gesichtsausdruck immer noch wegschmeißen vor Lachen, als Obama ihm verrät, dass er bereits vor der Wahl schwarz war:

Obama: Well, first of all, I think it’s important to realize that I was actually black before the election, so…

Letterman: Really? Is this true?

Obama: This is true.

Letterman: How long have you been a black man?

Die ganze Folge (die ich für ziemlich sehenswert und unterhaltsam halte), gibt es auf watch-letterman.com. Jedenfalls zur Zeit, ansonsten ist YouTube euer Freund.

(Entschuldigung, ich habe gerade eine gewisse Freunde an random posts wie diesem. Vor allem, weil dadurch der ganze uralte Kram mal vom Seitenende verschwindet.)



“Gott sei Dank dürfen die noch nicht wählen!”
Samstag, 19. September 2009, 18:55

Das dürften sich gestern Abend die Vertreter von CDU und FDP gedacht haben, als das vorläufige Endergebnis der Kinder- und Jugendwahl U18 2009 bekannt gegeben wurde:

Denn wenn es nach dem nicht volljährigen Teil der Bevölkerung ginge, wäre schwarz-gelb so weit von einer Regierungsbeteiligung entfernt wie nie zuvor. Und selbst eine große Koalition wäre keine Option mehr. Dafür mit der Tierschutz-Partei und den Piraten zwei gänzlich neue Parteien im Bundestag.

Die Grünen dürften sich natürlich freuen, nach der SPD zweitstärkste Partei zu sein – für rot-grün würde es trotzdem nicht reichen, ja selbst rot-rot-grün wäre kaum regierungsfähig.

Doch halt, worum geht es überhaupt? Was ist die Jugendwahl U18?

U18 ist die größte politische Bildungsinitiative für Kinder und Jugendliche in Deutschland.

Ihr Ziel ist es, junge Menschen dabei zu unterstützen, Politik zu verstehen, Unterschiede in den Partei- und Wahlprogrammen zu erkennen und Versprechen von Politikerinnen und Politikern zu hinterfragen. Im Vordergrund steht dabei, dass Kinder und Jugendliche ihre eigenen Interessen erkennen und formulieren lernen, selbst Antworten auf politische Fragen finden – und aktiv ihre eigene Lebenswelt mitgestalten.

Höhepunkt des Jugendwahlprojektes U18 ist die U18-Wahl am 18.09.2009, bei der alle Menschen unter 18 Jahren ihre Stimme abgeben können. Die U18-Wahl ist analog zur neun Tage später folgenden, echten Bundestagswahl organisiert.

(Quelle: u18.org)

Gut, ich denke, wer noch mehr dazu wissen will, klickt einfach mal auf die Links und liest sich selber durch die Seiten.

Ansonsten nur noch ein paar Gedanken von mir: Ich finde es ja bezeichnend – wenngleich nicht sehr überraschend – wie schlecht die Union abgeschnitten hat. Dass gleichzeitig die Piratenpartei in den imaginären Bundestag gewählt wurde, macht irgendwie Hoffnung, dass das momentane, verkrustete Parteiensystem sich in Zukunft wandeln könnte.

Bedenklich hingegen finde ich jedoch, dass die NPD unter den Kindern und Jugendlichen ganze 4,2% geholt hat. Bei etwas über 125.000 Stimmen entspricht das über 5000! Wählern. Dass die allermeisten davon aus dem Osten kommen, ist leider kein Vorurteil, sondern Fakt. Im Wahlkreis Zwickau wäre die NPD mit über 20% der dortigen Stimmen sogar zweistärkste Partei.

Hier sehe ich deutlichen Handlungsbedarf für die echte Politik. Es kann doch nicht wahr sein, dass heutzutage in jeder Schulklasse mit 20 Leuten mindestens einer sitzt, der einer rechtsradikalen Partei seine Stimme geben würde!



Von unrühmlichen Mistkerlen und anderen…
Sonntag, 13. September 2009, 02:12

OH. MEIN. GOTT. Diese drei Worte gingen mir durch den Kopf, als ich am Mittwoch den Kinosaal verließ, wo gerade auf der Leinwand Hitler und seine Schergen ihr Ende in einem gigantischen Feuerball gefunden hatten und der Zweite Weltkrieg bereits 1944 zu Ende gegangen war.

Ich will jetzt hier keine detaillierte Filmanalyse schreiben, ganz einfach weil der Film durch seinen provozierenden Inhalt bereits an andereren Stellen hinlänglich behandelt wurde und ich mir nicht erdreisten will zu behaupten, ich hätte noch Wesentliches und bislang Ungesagtes hinzuzufügen. Deswegen einfach nur mal ein paar Kommentare zu einzelnen Aspekten:

Musik:

Der Soundtrack war auf jeden Fall absolute Spitzenklasse, aber das ist man von Tarantino ja eigentlich schon gewohnt. Auch wenn er die Musik nur von anderen Filmen zusammenklaut, passt hier einfach jeder Song perfekt. Das fängt bei seiner Version von Beethovens Für Elise an und endet bei David Bowies Putting out the fire (with gasoline). Schade, dass es mit dem Oscar vermutlich eher schwierig wird, weil der für die Beste Filmmusik ja meistens als Best Original Score vergeben wird und wir hier ja leider nicht von einem Original sprechen können.

Schauspiel:

Hier kann ich mich nur der allgemeinen Kritik anschließen, die Christoph Waltz alias SS-Standartenführer Hans Landa mit Lob überschüttet und nach dem Oscar schreit. Am Anfang war ich ja etwas skeptisch, da das Schauspiel durch die nie gebrochene Höflichkeit Landas zunächst einmal leicht affektiert wirkt; doch zum Schluss (Stichwort: “Bingo”) war ich von der Leistung einfach nur noch beeindruckt! Dieser Academy Award muss nach Österreich!

Was den Rest angeht, nun gut. Brad Pitt wirkt als Aldo Raine schon überzeugend und hat die gewisse Lässigkeit, die es für die Rolle einfach braucht. Diane Kruger spielt ganz passabel, die Show kann die den Vorgenannten aber nicht stehlen. Genauso verhält es sich mit Mélanie Laurent, die die Rolle der Shosanna zwar glaubwürdig und hinreichend rachelustig spielt, durch ihr konsequentes Französisch aber die Aufmerksamkeit von sich selbst weg auf den Untertitel hin lenkt. Jedenfalls war das bei mir so, denn ich bin besagter Sprache nicht mächtig…

Drehbuch:

Die Story sollte ja hinreichend bekannt sein. Und viel gibt es da auch nicht zu sagen. Klar, das Ganze ist historisch höchst unkorrekt und vermutlich auch nicht gerade realistisch, aber wen interessiert das bitte?! Wer sich “Inglourious Basterds” von Quentin Tarantino anguckt und dann erwartet, dass er ein Stück wahre Geschichte geliefert bekommt, hat doch sowieso einen an der Meise. Der Film unterhält doch gerade weil er eine alternative Vorstellung von Hitlers Ende entwirft und man sich am Ende wie ein Kind am Weihnachtsabend freut, wenn das Kino in die Luft geht und die ganzen elenden Nazis dabei draufgehen. Ich denke mir nur: Wer die achtundrölfzighunderste Darstellung eines gescheiterteten Attentats sehen will, soll sich doch Operation Walküre mit Sektenguru Tom Cruise reinziehen.

Gesamteindruck:

Tja, Tarantino eben. Trashig und mit einer ordentlichen Portion sinnloser Gewalt. Wobei sie hier nicht mal so sinnlos war, immerhin spielt der Film ja im Krieg und diese ganzen “Don’t fuck with me”-Basterd-Charaktere wirken ja nur deshalb so hart, weil sie eben keinerlei Skrupel haben, jemanden mit dem Baseballschläger den Schädel einzuschlagen oder in einer Bar voller Nazis eine Schießerei anzufangen.

Mir hat es jedenfalls gefallen. Klar, auch ich habe einige Kritikpunkte, zum Beispiel fand ich die Kellerlokal-Szene viel zu lang und ab einem gewissen Punkt nur noch nervig.  Dafür ist das von einigen Kritikern angestimmte Gejammer, der Film sei nur ein blutig-makabrer Scherz, der das Schicksal der Juden für niedere Zwecke (sprich Unterhaltung) missbraucht, halte ich dagegen für ausgemachten Stuss:

Ich meine, inwiefern wird denn das Schicksal der Juden hier missbraucht? Am Anfang wird eine jüdische Familie erschossen – das dürfte im Dritten Reich aber in der Tat passiert sein. Der restliche Film entwirft dann jedoch ein fiktionales Schicksal, in dem die Juden Rache an ihren Mördern üben, indem sie Hitler und den Rest der Nazi-Schweine zur Hölle schicken. Tut mir leid, aber ich verstehe unter Missbrauch etwas anderes. Missbräuchlich wäre es für mich zum Beispiel gewesen, wenn das Leid der Juden auf irgendeine Art und Weise kommerzialisiert und voyeuristisch zur Schau gestellt worden wäre. “Inglourious Basterds” jedoch bleibt für mich eine Rachephantasie, die allein deshalb schon nicht wirklich missbräuchlich sein kann, weil sie sich gar nicht um die realen Begebenheiten schert. Filme haben schon immer fiktionale Inhalte gehabt, und wer heute Leute ins Kino locken will, muss eben auf die eine oder andere Art provozieren.

Naja, so weit mal meine bescheidene Meinung dazu. Wie gesagt, ich fand den Film gut und würde ihn jedem empfehlen, der es ertragen kann, wenn auf der Leinwand Leute verstümmelt und skalpiert werden (letzeres fand ich selbst nämlich schon ziemlich … widerlich).



Wieder mal ein neues Layout
Montag, 7. September 2009, 01:21

So, nach über einem Jahr mit dem alten Layout hatte ich das dringende Bedürfnis nach etwas Neuem auf meiner Startseite. Nachdem ich einige Tage lang verzweifelt auf der Suche nach Inspiration war, ist schließlich das hier herausgekommen. Schlicht, aufgeräumt und garantiert kein Wunderwerk an Kreativität, aber mir gefällt es. Außerdem ist es recht zeitlos, was insofern praktisch ist, als dass ich nicht weiß, wann ich mal wieder dazu komme, ein neues Theme zu basteln.
Das Zitat im Header stammt übrigens aus Mark Twains Christian Science und ist wie immer bewusst ironisch bis zynisch gewählt ;)