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Spüret die Macht des Staa Bakks!
Samstag, 31. Januar 2009, 22:45

So. Da ist er, der Januar-Blogeintrag. Hat mal wieder länger gedauert, ich weiß. Deswegen ein Snickers für alle. Ich mag die eh nicht. Da sind Nüsse drin. Ihh.

Ähm ja, gut. Was liegt an? Oder eher: Was liegt drin? 35 Millionen liegen drin. Im Jackpot, meine ich. Und ich darf nicht spielen! Okay, ich würde auch nicht spielen, wenn ich dürfte. Eins zu 14 Millionen, vermutlich ist das auch die Wahrscheinlichkeit mit der du mitten in der Sahara Opfer eines Eisbären-Hinterhalts wirst. Wobei die ja – Klimaerwärmung sei Dank – steigt. Im Gegensatz zu der beim Lotto. Wenn nämlich mehr Leute spielen, so wie im Moment, dann sinkt auch die Wahrscheinlichkeit, dass du dir deinen Gewinn nicht mit irgendeinen Arsch teilen musst. Blöde Wahrscheinlichkeitsrechnung. Ist sowieso nur was für Numeriker und anderes Gelichter von der falschen Seite der Macht, also Schluss damit.

Wenden wir uns anderen Dingen zu: Nämlich, was man mit der Kohle machen würde, wenn man sie dann doch gewinnt und nicht irgendwelchen polaren Albino-Fellbiestern mit Habitatanomalien zum Opfer fällt. Heute Mittag im Radio hieß es, dass man die Kohle eh nicht loskriegt und einem spätestens dann langweilig wird, wenn man seinen Porsche zum ersten Mal gegen einen neuen eingetauscht hat, weil der Aschenbecher voll ist. Ich glaube, die im Radio haben keine Ahnung von Geld. Ich glaube, die im Radio haben nicht einmal eine Vorstellung von dem, was sich hinter dem Begriff Dekadenz verbirgt. Soviel Geld loszuwerden ist wirklich nicht schwer. Da kriegt man nicht mal ein standesgemäßes Anwesen. Kunstsammeln kann man auch von der Hobbyliste streichen und sich ein Amt in Obamas Kabinett kaufen ist auch nicht drin. Fünfunddreißig Millionen, in der Welt jenseits von Aldi und Unterschichten-Fernsehen ist das einfach nichts und die Kohle ist schneller weg, als du den Betrag überhaupt aufschreiben kannst.

So, genug geprollt und aus dekadenten Zukunftsvisionen herabgepredigt. Dass Geld die unangenehme Eigenschaft besitzt, von jetzt auf gleich und ohne jegliches eigenes Verschulden in den Orkus zu tunneln, können auch Leute bestätigen, die es wissen müssen, nämlich die Banker. Denen ist ja auch ein ordentlicher Batzen Kohle auf unerklärliche Weise abhanden gekommen, weswegen der Staat jetzt einspringen muss. Doofe Quantenphysik.

Das eigentliche Problem ist ja letztlich, dass sich eben nicht jeder aus dem Topf bedienen kann, wie das zum Beispiel die Schweizer von der UBS konnten. Otto Normalverbraucher ist in Zeiten der Finanzkrise ordentlich angekackt, da helfen auch lumpige 2,5 Riesen Schrottpreis für Mühlen, die bei Al Gore auf der Schwarzen Liste stehen, nichts. Klimaschutz geht eh anders, wie wir noch sehen werden. Wer sein Geld jedoch in Aktien investiert hat, ist aber auch wirklich selber Schuld.

Kleines Beispiel? Wenn du vor 18 Monaten 1158,48 Euro in Commerzbank-Aktien gesteckt hast, konntest du dir anderthalb Jahre lang in den Arsch beißen, während der Kurs in Tiefen sank, von denen nicht mal Insider wussten, dass sie existieren. Heute blickst du stolz auf das Vermögen von 215,28 Euro. Ich bin ja wirklich kein Freund von Alkohol, aber hättest du dir zur selben Zeit für das selbe Geld Krombacher gekauft, hättest du dir anderhalb Jahr lang jeden Tag die Welt ein bisschen schöner trinken können, während du nebenher fast 70 Quadratmeter Regenwald gerettet hättest. Das ist Klimaschutz! Und der Knaller: Die ganzen leeren Kästen, die dann bei dir rumstehen würden hätten noch als Flaschenpfand noch den Wert von immerhin 223,20 Euro!

Mittlerweile wurde zum Glück die wahre Ursache der Finanzkrise aufgedeckt. Es handelt sich dabei ebenfalls um ein Getränk, allerdings um kein alkoholisches. In Wirklichkeit war es der Kaffee, der uns mit seiner halluzinogenen Wirkung alle in die Scheiße geritten hat.

In Wirklichkeit ist “Staa Bakks” wahrscheinlich auch der Gott irgendeines Amazonasvolkes, das jetzt weggestorben ist  weil wir nicht genug Krombacher gesoffen und den Lebensraum gerettet haben. Wahrscheinlich wollte Staa Bakks sich an uns rächen und hat die Kaffeebohnen aus seinem Teil des Urwalds deshalb ein bisschen mit seinem Chemiekasten aufgepimpt.

Das Viech auf dem Logo ist übrigens der Bienengott der Maya und nicht – auch wenn es ähnlich klingt und ähnlich aussieht – Bugs Bunny. Wobei “bug” ja das Insekt ist, womit wir wieder bei Bienen wären – Gott, das muss eine Verschwörung sein! Am Ende stecken noch die Illuminaten dahinter, oder die Außerirdischen. Ruft sofort Dan Brown an! Und Uri Geller und Nina Hagen! Und Wigald Boning und Aimann Abdallah! Vielleicht sind es am Ende ja sogar außerirdische Illuminaten? Am besten, wir schicken die alle in ein Dschungelcamp, dann können die vor Ort der Sache auf den Grund gehen und wir haben wenigstens beim Fernsehen unsere Ruhe und werden nicht dauernd mit irgendwelchem pseudodokumentarischen Mystery-Scheiß gequält.

Und falls die Theorie oben stimmt, wären besagte Geheimbündler für die Finanzkrise verantwortlich. Das wäre doch auch menschlich viel besser, als mit dem Finger auf arme amerikanische Immobilienhändler zu zeigen und ihnen die Schuld am Untergang des Abendlandes in die Schuhe zu schieben. Der jetzt übrigens seinen eigenen Soundtrack bekommen hat. Sehr kreativ, findet ihr nicht?

So, das soll es jetzt auch erst mal wieder gewesen sein. Der Beitrag enthielt jetzt nicht so wahnsinnig viel über mein Privatleben, aber ich schreibe da nicht so gerne drüber, wenn ich mit der Gesamtsituation unzufrieden bin. Das wirkt dann immer so egozentrisch. Möge Staa Bakks mit euch sein!