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Das Ende naht!
Dienstag, 28. Oktober 2008, 22:26

Das Ende naht. Zumindest das dieses Monats. Was mich daran erinnert, dass ich eigentlich noch bloggen wollte. Irgendwas. Damit auch für Oktober 2008 ein Eintrag vorhanden ist. Was ich schreibe ist ja letzten Endes wohl auch egal, weil es vermutlich sowieso kein Schwein liest.

Naja. Das Ende naht. Den Satz habe ich in letzter Zeit ziemlich oft gesagt wenn mir langweilig war. Meistens, um andere Leute im ICQ damit zu nerven.

Das Ende naht. Eigentlich der klassische Satz eines Endzeitpredigers, oder nicht? Vielleicht sollte ich ja Endzeitprediger werden, so wie Akhim vorgeschlagen hat. Weißen Bart angeklebt und ein paar mysteriöse, beunruhigende Dinge das Ende aller Zeiten betreffend gesagt und fertig ist der neue Sektenführer deluxe.

Vielleicht lasse ich das aber auch. Denn was passiert denn, wenn das Ende nicht dann kommt, wann man es erwartet? Das wäre doch ziemlich scheiße, weil man dann ja gezwungen wird, einen neuen Termin für die Apokalypse herbeizuorakeln. Und wenn man das oft genug tun muss, endet man irgendwann so wie die Zeugen Jehovas, quasi ein Treppenwitz der religiösen Weltgeschichte. Oder das Ende kommt zu früh. Das wäre dann ja auch irgendwie… unbefriedigend, oder nicht?

Man kann es natürlich auch ganz anders halten und einfach zum kollektiven Selbstmord aufrufen. Das hat ja schon ein paar mal geklappt. Dann ist es auch irgendwie egal, ob ein Ende kommt oder nicht. Denn dann sehen auch die, die nicht gerade die hellsten sind, ein Licht am Ende des Tunnels – Moment mal, da hätten wir dann doch ein Ende! Und ist das eigentlich nicht genau das, wonach wir unser ganzes Leben lang suchen? Ein Ende? Ich meine, wir beklagen uns doch immer, dass alles so endlos lang ist: Der Krieg im Irak, das Problem mit dem Kohlendioxyd in der Atmosphäre, die Wartezeit bei Aldi an der Kasse…

Gut, ähm, lassen wir das. Nicht, dass das noch jemand als Aufforderung zum Suizid versteht. Außerdem war das jetzt genug pseudophilosophisches Gebrabbel zum Thema Ende. Eigentlich würde ich ja mal gerne wieder irgendein böses fieses Thema auseinander nehmen. So wie die Busfahrergeschichte. Dummerweise sind die Busfahrer in letzter Zeit alle verhältnismäßig nett…

Verdammt, warum gibt es zur Zeit einfach nichts in meinem Leben, über das man mal gepflegt lästern könnte?!

Ich kann ja nicht den ganzen Blog hier mit Anti-McCain Bildern vollpacken. Wer sich für die Wahlen in den USA (warum zur Hölle finden die an einem Dienstag statt?!) interessiert wird da schon von alleine drüber stolpern. Und sonst ist mein Leben ja auch recht ereignislos. Klar gibt es da was Größeres im Hintergrund, aber das ist noch nicht weit genug, um es hier im Blog zu präsentieren.

Ich könnte mich mal an meinen Vorsatz machen und eine Filmkritik zu den beiden Filmen schreiben, die ich in der jüngeren Vergangenheit gesehen habe:

Okay, ich kann mich hier wohl kaum objektiv äußern. Immerhin habe ich eine GSL zu dem Thema gehalten und hätte den Film auch verstanden, wenn ich eine halbe Stunde außerhalb des Kinosaals verbracht hätte. Egal. Ich fand den Film eigentlich sehr gelungen, er hat die Buchvorlage ziemlich genau umgesetzt und die Dialoge bestanden erfreulicherweise zum Teil aus echten Zitaten von damals. Gut, da diese übliche Lobhudelei eigentlich niemand lesen will, kommen wir gleich zu den Kritikpunkten: Der Film war zu lang. 160 Minuten, das ist einfach zu viel, vor allem wenn das Thema eigentlich von sich behaupten will, einen gewissen geistigen Anspruch zu haben. Klar gibt es viel zu erzählen. Aber man hätte sich halt vorher überlegen müssen, wie man seine Schwerpunkte setzt und ob es wirklich nötig ist, dem eigentlich ziemlich unwichtigen Dutschke-Attentat ganze zehn Minuten im Film einzuräumen. Dafür hat man dann an anderer Stelle total unmöglich gekürzt. Zum Beispiel wurde das grotestke Polizeiversagen in der Schleyer-Entführung einfach unterschlagen.

Außerdem setzt der Film meiner Meinung nach einfach zu sehr beziehungsweise auf eine falsche Art und Weise auf Provokation. Nackte Haut, wohin man auch schaut. Möglicherweise war das bei den 68ern ja auch üblicher als heute, trotzdem war es teilweise einfach nur absolut unnötig, das ganze derart explizit darzustellen. Vor allem, wenn der Film FSK 12 bekommt. Ich meine, ich habe damit jetzt kein direktes Problem, ich finde es einfach nur inkonsequent, da Filme schon wegen geringerem eine Altersfreigabe ab 16 Jahren bekommen haben.

Vielleicht hat man auch gerade deshalb darauf verzichtet, den Film mit irgendeiner Art ideologischem Hintergrund auszustatten. Nicht, dass die zarten Hirne von Zwölfjährigen durch die bösen, vermeintlich anarchisten Motiven überfordert werden. Dumm nur, dass der Film so irgendwie zu einem reinen Actionfilm verkommt, dem jegliche Erklärung für die Motivation der Handlungen der Protagonisten abgeht.

Was soll’s, schlussendlich wurde der Film ja gedreht, um Massen zu unterhalten und nicht um einer besser informierten Minderheit bildlich aufzuzeigen, was sie sowieso schon lange wissen. Und dafür ist der Film gar nicht mal schlecht, die 6 Euro für’s Kino haben sich auf jeden Fall gelohnt.

Edit vom 3. November: Auf Beschwerde meiner hochgeschätzen rai hin möchte ich nochmal betonen, dass auch die Aufstandsszenen zu Beginn des Films, als die Jubelperser auf die Demonstranten einprügeln und etwas später das Dutschke-Attentat höchst wahrscheinlich nichts für die zarten Gemüter von Zwölfjährigen sind und der Film auch deshalb eine FSK16 verdient hätte.

Gut, halten wir uns also am besten gar nicht lange mit Zwischengebrabbel auf, sondern kommen gleich zur zweiten Filmkritik des Tages. Winner winner, chicken dinner ;)

Wo soll ich anfangen? Vielleicht am besten bei der Geschichte des Film. Die Handlung dreht sich um Ben, einen absolut genialen Studenten, dessen sehnlichster Wunsch es ist, in Harvard Medizin zu studieren. Doch trotz Bestnoten in allen Fächern bekommt er kein Stipendium für die 300.000 Dollar, die das Studium kostet. Eines Tages jedoch stößt er zufällig zum seltsamen Team von Professor Mickey Rosa: Das Team, bestehend aus weiteren genialen Studenten, verbringt seine Zeit damit, an den Wochenenden nach Las Vegas zu fliegen und dort die Casinos um stattliche Summen zu erleichtern, in dem sie beim Black Jack die Karten zählen. Trotz anfänglichem Widerstand willigt Ben schließlich ein, mitzumachen, da er keinen anderen Weg sieht, sein Studium zu finanzieren. Er findet zunehmend Spaß am Leben eines Spielers, der nie verliert, bis ihm eines Tages sein Talent zu Kopfe steigt und er alles verzockt. Professor Rosa rächt sich dafür an ihm, stiehlt sein bereits verdientes Geld, lässt ihn vom Sicherheitsdienst des Casinos verprügeln und versagt ihm zudem noch den bereits sicher geglaubten Eintritt nach Harvard. In seiner Not entschließt sich Ben zu einem letzten Coup, der ihn und das Team noch einmal nach Vegas führt…

Ich will jetzt nicht zu viel schwafeln, aber ich untertreibe sicher nicht, wenn ich behaupte, dass der Film ziemlich genial ist. Die Story ist relativ überzeugend, die schauspielerische Leistung der Darsteller durchaus solide und der Film an und für sich sehr stimmungsvoll. Wahrscheinlich ist es aber einer von den Filmen, bei denen jeder für sich entscheiden muss, ob der Streifen ihm gefällt oder nicht. Mir gefällt er auf jeden Fall, auch ohne dass ich ihn BMK-mäßig auseinander nehme und eventuell vorhandene Negativpunkte ankreide.

Deswegen lautet meine Empfehlung: Unbedingt angucken!

So, das sollte dann ja wohl auch reichen für diesen Monat. Mal sehen, ob ich nächstes Mal mehr zu schreiben habe. Jetzt ist ja erst einmal Halloween, sozusagen das Weihnachten aller Heiden, Atheisten und …äh… Antichristen. Auch wenn das nicht auf mich zutrifft werde ich mir wohl mit ein paar Freunden einen schönen Abend machen :P