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München 2008 – Der Komödie dritter Teil
Donnerstag, 24. Juli 2008, 23:50

Sonntag, 20. Juli. Moment mal. Kein Düt-düt-düt? Nein. Unglaublich, ich bin aufgewacht, bevor mein Wecker geklingelt hat. Und daran sind nicht einmal Markus und Jo schuld, die der Meinung waren, um halb sieben aufstehen zu müssen, um auch ja so früh wie möglich beim Frühstück zu sein. Wäre ja auch fatal, nochmal in der Schlange zu stehen. Felix (der an diesem Wochenende von mir den Titel „König des Alles-Schönredens“ verliehen bekommen hat) und ich haben eine andere Taktik gewählt: So spät wie möglich zum Frühstück gehen, in der Hoffnung, so dem Schlange stehen zu entgehen. Und es funktioniert! Gänzlich stressfrei nehmen wir um kurz nach zehn unsere Morgenmahlzeit ein. Dann steht auch schon der nächste (und eigentlich auch letzte) Programmpunkt für München an: Der Besuch des Deutschen Museums! Eine kurze Fahrt mit der U-Bahn und einem kleinen Fußmarsch später sind wir da: Vor uns ragt das Mekka der Naturwissenschaftsausstellungsbegeisterten in den Münchener Himmel. Wir werden entlassen. Einzige Bedingung: Um viertel vor sieben seid ihr alle am Hauptbahnhof, sonst könnt ihr gucken, wie ihr heimkommt.

Also ab ins Museum. Im Schnelldurchlauf werden so ziemlich alle Abteilungen abgeklappert, vom Schiffs- und Flugzeugbau über Pharmazie, wissenschaftliche Chemie, Brückenbau, mathematische Sammlung bis zur Informatik. Nach drei Stunden reicht es dann aber auch – nach drei Tagen ständigen Laufens hat keiner mehr Bock, mehr Schritte als zwingen nötig zu machen. Trotz Handyverbots im Museum verständigt man sicher kurzerhand per Mobiltelefon mit Felix und den anderen darauf, sich im Foyer zu treffen. Dann geht es wieder per U-Bahn zurück zum Hauptbahnhof, wo erstmal im Subway zu Mittag gegessen wird (jawohl, ich habe an allen drei Tagen nur Sandwich zu Mittag gegessen). Und weil U-Bahn fahren so viel Spaß macht geht es danach gleich weiter zum Marienplatz, von aus wir uns zu einem recht pittoresken Brunnen direkt vor der Frauenkirche begeben. Man unterhält sich nett, doch in Anbetracht elterlichen Totalversagens (welcher normale Mensch geht bitteschön mit seinem Kleinkind an einen Brunnen, die Bierflasche in der Hand, nur um sich dort an irgendwelche Männer – ebenfalls mit Bierflasche – ranzumachen?) und vor allem wegen des einsetzenden Nieselregens (der uns während des gesamten Wochenendes begleitete) flüchteten wir recht bald wieder in Richtung Starbucks. Dort haben wir dann zusammen mit Markus und einigen anderen, die wir dort getroffen haben, die restliche Zeit verbracht. War ganz angenehm und dank der U-Bahn waren wir auch wieder pünktlich am Hauptbahnhof und schließlich auch im ICE Richtung Stuttgart. Diesmal hatte das mit den Reservierungen besser geklappt. Auf der Fahrt habe ich ein neues Kartenspiel – 20 ab – kennen und hassen gelernt. In Stuttgart dann nochmal kurz in den McFress rein, Eis kaufen. Ist dort einfach wirklich am günstigsten, wenn man vergleicht, was anderswo diese unverschämt winzigen Eiskugeln kosten. Um halb 12 dann endlich die Ankunft in der Heimat – auch wenn ich erst nach Mitternacht dann in der Heimat angekommen bin. Keine 6 Stunden entfernt vom nächsten Düt-düt-düt.

Was bleibt also? Zeit für ein Fazit: Alles in allem war München nicht wirklich super, aber auch nicht gänzlich schlecht. Vor allem der Freitag war für mich eine Katastrophe, was aber vornehmlich an meinem Dissens mit dem Rest der Klasse lag. Man hatte seine Höhen (Olympiaturm) und Tiefen (Hardrock Cafe). Meine bis Samstagmittag eisern verteidigte Meinung „Alles-scheiße-will-nach-Hause“ begann sich aufzulösen, auch wenn ich nie das Niveau des Mr. Euphemismus 2008 Felix erreichte. Der kann ja wirklich alles schönreden – oder auch schlechtreden. Man vergleichen mal mit seinem Verhalten im Deutschunterricht. Sicherlich werden einige schöne Erinnerungen zurückbleiben du im Endeffekt bin ich froh, dabei gewesen zu sein. Was mir aber reichlich auf den Zeiger geht ist das ständige Gemaule einiger Klassenkameraden von wegen die begleitenden Lehrkräfte seien inkompetent gewesen. Das kann ich auch meiner Sicht der Dinge nicht bestätigen. Wenn irgendjemand ein Problem mit dem Programm hatte, dann war er da selber dran schuld, denn die Beteiligung an der Planung hielt sich ja doch sehr in Grenzen. Vorschläge was man abends in München machen könnte waren gleich null. In diesem Fall sage ich nur: Selber schuld.

Was gibt es sonst noch zu sagen? Ach genau:

Liebe Jenny, die Figuren an der Fassade der Uni, die eigentlich viel mehr die Katholische Pfarr- und Universitätskirche St. Ludwig ist, sind tatsächlich Jesus und die vier Evangelisten. Genau das habe ich in München ja auch schon gemutmaßt, aber dir zuliebe habe ich es extra nochmal nachgeschlagen.

Ach ja, und egal was ihr tut: Never awake the Paff!

Weder im Hardrock Cafe...

Weder im Hardrock Cafe...

...noch im Starbucks...

...noch im Starbucks...

...und auch nicht am Bahnhof...

...und auch nicht am Bahnhof...

...oder gar im Zug!

...oder gar im Zug!



München 2008 – Der Tragikomödie zweiter Teil
Mittwoch, 23. Juli 2008, 17:33
München

Samstag, 19. Juli. Düt-Düt-Düt. Düt-Düt-Düt. Boah scheiße – ist es echt schon halb Acht? So kurze Nächte gehören gesetzlich verboten.

Erstmal aufwachen. Verdammt, was ist das für ein widerlicher Geruch, der da aus dem Bad in Zimmer gewabert kommt? Einmal tief einatmen, dann ist klar: es kann sich hierbei nur die absolut tödliche Mischung aus Deo und Haarspray (Mischungsverhältnis 1:1) handeln. Kein Wunder, der gute Jo steht auch schon fast eine Stunde lang im Bad und widmet sich ausgiebigst seiner Körperhygiene. Man kann es aber auch übertreiben. Eigentlich würde ich mich ja auch mal gerne waschen und mir die Zähne putzen. Vergiss es. Markus und Felix wollen auch noch duschen. Juhu.

7:55 Uhr: das Bad ist frei. Nichts wie rein, Umziehen und sich auch sonst in einen einigermaßen präsentablen Menschen verwandeln. Duschen ist nicht drin, schließlich will man ja auch noch etwas frühstücken.

7:58 Uhr: Ich hetze aus dem Bad, springe in die Schuhe und räume in Sekundenschnelle alle wichtigen Dinge in meine Hosentasche, bevor es in Richtung Frühstück geht. Das findet übrigens im Keller statt. Und man muss sich in eine Schlange stellen. Die relativ lang ist, wie ich finde. Ist ja auch allgemein eine coole Idee, in ein Hostel mit 600 Betten einen Speisesaal für 70 Personen einzubauen, die alle zur gleichen Zeit frühstücken wollen. Um zwanzig nach acht habe auch ich mich langsam zum Buffet vorgekämpft. Doch kaum sitze ich am Tisch, schneit eine fröhlich winkende Julia herein, die mir zuruft: „Timmy, wir treffen uns in fünf Minuten draußen vor dem Hostel, beeil dich!“. Na klasse. Nicht einmal die Zeit zum Fressen wird einem hier gelassen. Ich schieb mir also in kürzester Zeit zwei Brötchen rein bevor ich auf den Weg nach oben mache. Vorbei an einer Schlange, die mittlerweile alptraumhafte Ausmaße angenommen haben. Über zwei Treppen und Flure verteilt stehen die Leute jetzt bis ins Foyer an, um endlich etwas zu essen zu bekommen. Bestimmt 50 oder 60 Meter. Vermutlich stehen die da heute noch an.

Vor dem Hostel natürlich mal wieder das übliche Bild: Einige wenige Damen haben es mal wieder nicht auf die Reihe gekriegt und fehlen. Gerüchteweise stehen sie noch im Badezimmer vor dem Spiegel und sind damit beschäftigt, 15 Kilo Make-up im Gesicht zu verteilen. Ein kurzer Anruf auf dem Handy der entsprechenden Personen bestätigt den Verdacht. Da der S-Bahn das aber egal ist, wird kurzerhand beschlossen: Wer zu spät ist, den bestraft das Leben. Nur weil einige wenige sich nicht zusammenreißen können, wird nicht die ganze Klasse darunter leiden und auf die Besichtigung des KZ Dachau verzichten. Wir steigen also ohne die drei Zuspätkommer in die Tram um fahren zum Bahnhof. Während wir dort warten, tauchen plötzlich, kurz bevor die U-Bahn Richtung Dachau abfährt, auch drei wohlbekannte Damen auf dem Bahnsteig auf – ein kleiner Sprint über die Mitteldistanz macht’s möglich.

Dachau: „Wollt ihr mich verarschen?“ denke ich mir, als mir der Audioguide in die Hand gedrückt wird. So ein hässlicher grauer Kasten, der ein bisschen an die Verkehrskellen bei der Polizei erinnert. „Dieser miese Haufen China-Elektronik soll eine anständige *zensiert* ersetzen?“. Zensiert wurde übrigens das Wort Führung. Und auch das Wort „Führer“ war im KZ mit einem Tabu belegt, weil einige Klassenkameraden der Meinung waren, es sei unangebracht, selbst wenn man das Wort nicht im Kontext mit Hitler verwendet. „Cool“ dachte ich mir. „Vielleicht fangen wir auch bald an von ‚Du weiß schon wem‘ zu sprechen?“.

Na toll. Aber man will ja nicht unangenehm auffallen, deswegen fügt man sich in sein Schicksal und trottet zwei Stunden lang über das KZ-Gelände, während man sich den Audioguide (der übrigens genauso teuer wie eine Führung ist…) ans Ohr hält und dabei mit der Zeit ein gewisses „E.T. nach Hause telefonieren“-Gefühl entwickelt. War ja schließlich auch ganz interessant. Insbesondere das Krematorium und der Teil über die Menschenexperimente haben mir sehr deutlich vor Augen geführt, mit welchen perversen Abartigkeiten man damals konfrontiert wurde. Teilweise wurden Juden direkt vor dem bereits brennenden Krematoriumsofen erhängt – Dinge, zu denen ich meine Gedanken nicht in Worte fassen kann, weil die deutsche Sprache keine Wörter kennt, die solche Verachtung und Hass auf die, die dafür verantwortlich waren, kennt.

Trotzdem. Eines Tages fahre ich da noch einmal hin und dann werde ich mir den Luxus einer anständigen Führung leisten – ganz egal, ob die Verwendung des Wortes in diesem Zusammenhang nun pietätslos sein mag oder nicht.

Nach zwei Stunden ging es zurück nach München. Dort wurden wir dann erst einmal in die Freiheit entlassen. Prinzipiell wurde wieder das gleiche Programm abgespult: mit der U-Bahn an den Viktualienmarkt, rein in den Subway und erstmal Mittagessen. Danach ging es wieder in den Hugendubel. Hier konnte ich meine Konsumlust mal wieder nicht unter Kontrolle halten, weswegen jetzt Oscar Wilde’s „The picture of Dorian Gray“ auf meinen Nachttisch liegt. Für 3,10 Euro kann man ja nichts sagen. Für 3,10 Euro gab es aber auch nur die englische Taschenbuchausgabe und englische Taschenbuchausgaben neigen leider dazu, von minderwertigster Qualität zu sein. Das Papier ist grau, dünn und fühlt sich unangenehm an. Die Bindung ist schlecht und der Einband so billig, dass er vom Lesen alleine total verbogen und verzogen wird. Na klasse. Egal. Danach ging es wieder in den Starbucks, wo wir unvermeidlicher Weise auch auf Markus und einige andere gestoßen sind. Den restlichen Mittag haben wir dann dort totgeschlagen, bevor wir uns um 17 Uhr wieder als Klasse zusammengefunden haben, um in den Englischen Garten zu gehen. Während einige Landratten im Biergarten bleiben (wo die Maß 7,20 Euro kostet – 30 Cent mehr als im Hofbräuhaus!) wagen ich und die anderen mich für eine halbe Stunde mit Tretbooten auf den See. War eigentlich ganz lustig und für zwei Euro pro Person kann man sich eigentlich auch nicht beschweren. Doch irgendwann wurde es 19 Uhr und die ganze Mannschaft machte sich auf zum Olympiagelände – auf zum Tollwood-Festival! Tollwood-Festival, was ist das? Gut, ich fasse zusammen: Touri-Falle neben Touri-Falle, teure Getränke und beschissene Live-Musik. Geile Sache. Nach einigem Herumirren flacken Markus und ich mich schließlich in so einen Strandsitzsack, den irgendein bayrischer Radiosender da hingestellt hatte. Im Hintergrund lief (zumindest zeitweise) System of a Down vom Band, war also eigentlich ganz nett. Irgendwann äußere ich dann auch meine Feststellung, die bereits 2 Tage gereift war (okay, um ehrlich zu sein, ich hatte die Feststellung schon am Mittag im Starbucks vor ein paar anderen geäußert, aber das ist unerheblich): In München gibt es einfach keine hübschen Mädchen/Frauen! Zumindest keine, die wirklich aus München kommen. Entschuldigung an alle Bayern, die sich da gerade auf den Fuß getreten fühlen, aber das ist eine Tatsache, bei der mir eigentlich alle meine Klassenkameraden recht gaben.

Als es dunkel wurde, ging es hoch auf den Olympiaturm. Und hey, ohne Scheiß: Das war mein persönliches Highlight. Oben stockfinstere Nacht, es bläst einem der Wind um die Ohren und unten zu deinen Füßen liegt ein Lichtermeer. Einfach nur geil! Ich rate jedem, der München besucht, sich das nicht entgehen zu lassen.

Auch an diesem Abend wurde erstaunlich wenig Alkohol getrunken – ich glaube wir waren die einzige Klasse, die auf ihrer Münchenfahrt keinen einzigen Betrunkenen zu verzeichnen hatte. Allerdings zeigte sich, dass einige Menschen gar keinen Alkohol brauchen, um sich daneben zu benehmen. So gab es doch tatsächlich einige Deppen, die gemeint haben, es wäre lustig, vom Olympiaturm zu pinkeln oder im Hostel vom Balkon auf die Straße zu kacken. Ich glaube, manche Menschen werden einfach nicht erwachsen, egal wie alt sie werden.

Zurück im Hostel wurde es dann doch etwas später als am Vorabend. Nachdem wir noch einmal den Anfang von „Full Metal Jacket“ geguckt hatten und Jo endlich aufgehört hatte, sich sein Bett warm zu föhnen (!), war auch Schlafen möglich. Schlussendlich lag ich also gegen halb zwei im Bett.

Fortsetzung folgt…



München 2008 – Der Tragödie erster Teil
Dienstag, 22. Juli 2008, 16:13

Freitag, 18. Juli. Düt-Düt-Düt. Düt-Düt-Düt. Boah scheiße – ist es echt schon 6 Uhr? So kurze Nächte gehören gesetzlich verboten.

So ungefähr sahen meine Gedanken an diesem Morgen aus, als ich mich aus meinem Bett quälte und mich nach dem Umziehen und einem kurzen Abstecher ins Bad zum Frühstück begab. Aus dem dann nichts wurde, weil Jo vor der Tür stand um mich ins Auto zu laden. Scheinbar war mein Abstecher doch länger als gedacht.

Am Bahnhof habe ich mich dann erstmal zu den anderen Spackos aus meiner Klasse gesellt – die erstaunlicherweise alle pünktlich am verabredeten Treffpunkt erschienen. Also ab in den Zug nach Stuttgart – mit Musik vor sich hin dösend einigermaßen erträglich. In der Landeshauptstadt dann in den ICE. Hier noch mal eine kleine Frage an die liebe Deutsche Bahn: Hat euch eigentlich schon mal jemand gesagt, dass euer Reservierungssystem absolut scheiße ist, weil sich keiner dran hält und auch keiner da ist, der dafür sorgen könnte?

Naja. Sonst ging die Fahrt aber eigentlich. Die Sitze sind bequem und mit Laptop, Labern und Schach spielen gehen auch die längsten zweieinhalb Stunden rum…

Willkommen in der Hauptstadt Bayerns – Willkommen in München!

Ein erster Blick: Das soll der größte Bahnhof Deutschland sein? Abgesehen davon, dass er ein paar Touri-Fallen und Fressstände mehr hat als Stuttgart merkt man davon eigentlich nichts. Egal. Erstmal raus und dann auf Schusters Rappen Richtung Hostel. 10 Minuten angeblich. Hat sich aber als Fehlinformation rausgestellt. Eine halbe Stunde sind wir mit unserem ganzen Gepäck – ich hatte ja glücklicherweise nur einen Rucksack – durch die Stadt gewandert, nur um im Hostel zu erfahren, dass wir unser Gepäck in den Gepäckraum werfen sollten weil wir vor 16 Uhr nicht in die Zimmer durften. Na klasse. Dann also auf in die Stadt, die freie Zeit genießen – MÄÄÄP! Programmänderung! Freizeit wird gestrichen, erstmal zur Ausstellung über die Weiße Rose. Weil die ja sonntags zu hat. Geil. Also erstmal 1,5 Stunden durch München latschen, hoch zur LMU (Ludwig Maximilians Universität). Weil wir ja was von der Stadt sehen und uns nicht einfach in die U-Bahn hocken sollen. Die U-Bahn wurde an diesem Wochenende trotzdem zu unserem besten Freund.

Gut, also zur LMU und einmal durch die Ausstellung. Soweit so gut, nicht uninteressant, aber auch nicht übermäßig spektakulär. Also raus aus der Uni – halt. Jenny ruft. Ich soll ihr die lateinische Inschrift im Foyer übersetzen. Was ich auch tue – man will ja nicht genauso asozial sein wie das Pack, das vor der Uni rumlungert. Dann wieder raus, Felix und die anderen suchen um doch noch ein bisschen Freizeit zu genießen. Essig – die sind wohl ohne mich los. Und die anderen auch. Yeah! Ich steh alleine in München und darf mich nicht rühren, weil die Versicherung nicht zahlt, wenn mir was passiert wenn ich alleine unterwegs bin. Abwarten – und Glück haben. Meine holden Lehrerinnen sind nämlich länger in der Ausstellung geblieben. Wenigstens etwas, also weiter mit denen in ein Cafe. Von dort erstmal Felix angerufen. Ergebnis: „Wir treffen uns am Marienplatz!“ Kurzerhand einen Stadtplan und die Erlaubnis alleine durch München zu laufen eingeholt und dann ab zum Marienplatz. Die „weiße Kirche“ hat sich dann im Übrigen als das Rathaus von München herausgestellt. Wenigstens waren die anderen dann am verabredeten Treffpunkt. Auf geht’s, ab zum Viktualienmarkt und rein in den Subway. Sub des Tages: Thunfisch. Scheiße, also wird’s doch teuer. Egal. Wenigstens haben wir dort noch ein paar andere aus der Klasse getroffen, mit denen wir dann zurück zum Marienplatz sind. Dort erstmal den Hugendubel unsicher gemacht, der ja wohl der geilste Bücherladen überhaupt ist. Da die anderen aber nicht so übermäßig an Büchern interessiert waren, ging es eben weiter zum Starbucks. Hier ließ sich die übrige Freizeit eigentlich sehr gut mit Labern totschlagen. Und schließlich zurück zum Odeonsplatz – Let the guided tour begin! Fantastisch. Also nochmal zweieinhalb Stunden durch München gelaufen und dabei alles gesehen, was es zum Thema Nazis zu sehen gibt. Aber auch vermutlich alles andere. Feldherrnhalle, Königplatz mit Glyptothek und Propyläen, der Führerbau, in dem sich heute die Hochschule für Musik und Theater befindet, wir waren überall.

Aber damit war der Spaß ja noch nicht vorbei. Nein. „Wir wollen ins Hardrock Cafe!“ – der Pöbel schreit, die Klasse macht es. Wir sind also doch in die U-Bahn gestiegen und zum Hardrock Cafe, das sich direkt neben dem Hofbräuhaus befindet, gefahren. Verdammte Scheiße, was ist das eigentlich für ein Drecksladen? Das hat weder mit Hardrock noch mit Cafe was zu tun, eigentlich ist das mehr ein 50er-Jahre Fresstempel in dem beschissene Musik läuft – oder sind die Beatles neuerdings Hardrock und ich weiß nichts davon. Allgemein klang das ganze mehr nach „Best of 40 Jahre MTV“. Schließlich markierte das Hardrock Cafe den absoluten Tiefpunkt der München-Fahrt. Was übrigens nicht daran lag, das dort eine Cola 3,70€ kostet. Und dann ist das nicht einmal Coca Cola, sondern irgendein billiger Pansch aus dem Aldi. Die Kostenverteilung gestaltet sich de facto also wie folgt: 5 Cent für die Coke, 3,65 Euro dafür, dass „Hardrock Cafe“ auf dem Glas steht.

Lustiger Weise gibt es überall in München ist Restaurants und Bars Alkohol erst ab 18 – finde ich gut. Naja, nach einigem hin und her mit der Bedienung gab es dann schlussendlich doch Bier und Sekt für die, die unbedingt wollten. Wenigstens war der Abend dann endlich vorbei und wir konnten ins Hostel. Die Zimmer waren dann doch ganz okay und deutlich besser als ich erwartet hatte. Vor allem wenn zwei Laptops auf dem Zimmer vorhanden sind – und ein LAN-Kabel zum Counterstrike-Zocken. Schlussendlich haben wir dann noch den Anfang von „Full Metal Jacket“ geschaut – herrlicher Film. Da nach der ganzen Latscherei vom Tag keiner mehr wirklich Bock auf irgendetwas hatte und Besuche auf anderen Zimmern sowieso verboten waren, endete der Abend schon überraschend früh gegen 1 Uhr.

Fortsetzung folgt…



Finde Nero!
Montag, 21. Juli 2008, 18:53
Finde Nero

Naja. Ursprünglich war das als Spielerei gedacht, um den Lateinunterricht etwas weniger langweilig werden zu lassen. Jetzt ist das ganze eben auch im Blog gelandet. Diesmal gibt es leider keinen Keks für denjenigen, der als erster alle fünf versteckten Neros gefunden hat :-P



Diabolica Commedia
Donnerstag, 17. Juli 2008, 13:10

Titelbild