An den Weihnachtsmann: Ich will eine Elektroschockpistole.
Und zwar so schnell wie möglich. Am besten mit einer sehr hohen Voltzahl. Alternativ nehme ich auch ein Blasrohr mit Betäubungspfeilen, wie sie einem jeden Mittag in Sendungen mit Namen á la “Borneo-Bergtupaja, Zwergschimpanse und Co. KG” präsentiert werden. Wobei das etwas unpraktischer wäre, weil ich die nicht in die Hosentasche stecken kann. Scheiß drauf, Hauptsache ich bekomme ein adäquates Werkzeug, um unliebsame Zeitgenossen in das Reich der Bewusstlosigkeit zu befördern.
Und wisst ihr, wo ich anfangen würde? Genau, in der Unterstufe. Zwei dieser geistigen Fehlgeburten würden meine Missgunst wohl täglich zu spüren bekommen. Wer auf meine Schule geht wird wissen wen ich meine; kleiner Tipp: sie halten sich für unglaublich schlau, ziehen eine Schleimspur hinter sich her, bei der Gary die Schnecke vor Neid erblassen würde und werden noch von ihrer Mami eingekleidet. Meistens mit karierten Hemden. Nicht zu vergessen, sie lieben Modelleisenbahnen. Mal im Ernst: auch wenn diese lebenden Argumente gegen die Evolutionstheorie (der stärkste/schlauste am besten angepasste setzt sich durch, hüstel) vor ihren Eltern so tun, als ob sie die reinsten Engel wären: In Wirklichkeit wissen die doch von der Abartigkeit ihrer Brut und verfluchen sich heimlich dafür, dass ihnen die 50 Mark, die die Zigeunerin für eine Abtreibung wollte, zuviel Geld waren.
Wo war ich? Achja, potenzielle Opfer. Wo würde ich weiter machen? Genau, in den öffentlichen Nahverkehrsmitteln. Zuerst mal die Kinder ruhigstellen und ihre Handys vernichten, bevor sie noch mehr unschuldige Menschen mit ihrer Ghetto-Musik belästigen. Aggro Berlin öffentlich vom Handy zu spielen, in einer Qualität die schon nicht mehr Raubkopie sein kann, sondern mehr nach “Aus der Klingeltonwerbung mitgeschnitten” klingt, sollte unter Strafe gestellt werden. Zwanzig Hiebe auf die nackten Fußsohlen wären eine angemessene Strafe.
Aber damit nicht genug. Nein. Ohhh nein! Die Busfahrer wären die nächsten. Niedertasern sollte man sie, und dann an einem kurzen Seil 30 Kilometer hinter dem Bus herschleifen, diese geistigen Totgeburten. Bis sie einen Bus nie wieder freiwillig betreten. Ihr fragt euch warum? Nun, ganz einfach: Ist es der Öffentlichkeit wirklich zumutbar, von notgeilen Enddreißigern durch die Gegend kutschiert zu werden, die während der Fahrt schamlos die Berufsschülerinnen aus der ersten Sitzreihe, aber eigentlich auch jedes andere weibliche Wesen unter 25, angraben und alle männlichen Fahrgäste, von denen sie befürchten müssen, dass sie ihnen die “Beute” streitig machen könnten, schikanieren? Indem sie sie zum Beispiel ganz bewusst an der Haltestelle stehen lassen? Die während der Fahrt mit dem Handy telefonieren und damit gegen geltendes Recht verstoßen? Die nicht mal die eigene Uhr lesen können?
Nein. Solche Menschen gehören weggesperrt, irgendwo in einen stillgelegten Bergwerksstollen, wo sie mit all dem anderen geistigen Abfall ihre eigene Kolonie gründen können, in der die Dummheit das Sagen hat.
Ich übertreibe? Nein, verdammt, ich übertreibe nicht. Wenn man sich nach einem 8-Stunden Schultag, womöglich noch mit Klassenarbeit und Coopertest, nachmittags in den Bus schleppt, dann will man verdammt noch mal seine Ruhe und keine nervtötenden Sechstklässler, die “ICH BIN SIDO DER GANGSTERRAPPER!” durch den Bus brüllen. Da haben die anderen einfach mal die Fresse zu halten. Oder ihre wochenendlichen Saufgelage zumindest nicht in einer Lautstärke zu planen, dass man selbst bei voll aufgedrehtem MP3-Player jedes erbärmliche Detail mitbekommt. Langsam hab ich echt die Schnauze voll. In einer Welt, in der Rücksichtnahme zum Fremdwort geworden zu sein scheint, sollte einem das Recht eingeräumt werden, diese geistigen Verfehlungen auf zwei Beinen zumindest zeitweilig aus dem Verkehr zu ziehen.
So, genug Dampf abgelassen. Das musste einfach mal wieder sein. Ich bin ja eigentlich echt ein friedliebender Mensch, der viel ertragen kann, aber irgendwann ist das Maß gestrichen voll!
Was gäbe es denn sonst noch? Achja, vielleicht ein kleiner Hinweis an mich selbst: Ich sollte aufhören, mich ständig mit K. zu kabbeln. Ihre Fingernägel schaden der Gesundheit meiner Hände. Leute die mich nicht kennen und das sehen müssen mich ja für ein totales Borderline-Opfer halten…
Und vielleicht noch etwas Werbung zum Schluss (was ja eigentlich gänzlich gegen meine Natur ist, aber Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel):
Dieses Online-TV-Magazin gehört so wirklich zu dem bestem, was das Internet für Freunde von Satire und Sarkasmus zu bieten hat. Die traurigen Wahrheiten, die der “Fernsehkritiker” hier in angenehmen 40-Minute-Portionen aufbereitet, zeigen sehr eindrücklich, wofür sogar öffentlich-rechtlichen Sender ihr Geld (ihr Geld? Moment mal, unser Geld!!) aus dem Fenster schmeißen und immer wenn ich Gründe dafür suche, warum ich so wenig Fernsehen gucke, schaue ich mir einfach hiervon eine Folge an.
Ergo: Draufklicken, es lohnt sich!
Wow… jetzt habe ich es tatsächlich geschafft, mich aus meiner festgefahrenen Welt zwischen Schularbeiten, MONK und dem Wunsch nach einem Taser zu erheben und hier mal wieder etwas zu schreiben. Und es war keiner dieser “Schloss-aus-Luft”-Beiträge, die sich ausschließlich meinem Seelenleben widmen und jeglicher Substanz entbehren. Juhu!
