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Ex Diario Insaniae*
Freitag, 25. Januar 2008, 17:29

*für die armen Würstchen unter euch, die nicht einmal simpelstes Küchenlatein verstehen: Das heißt soviel wie “Aus dem Tagebuch des Wahnsinns. Nicht dass ich neuerdings wahnsinnig wäre. Dieser Titel steht einer anderen Person besser an *hust*. Aber mir ist verdammt noch mal nichts besseres eingefallen, okay? Fußnote beendet.

Hallo liebe Leser. Da bin ich wieder. Womit auch schon ein ziemlich miserabler Anfang für diesen wohl ziemlich miserablen Eintrag gefunden wäre. “Jetzt kann’s ja nicht mehr schlimmer kommen” werden Sie vermutlich denken. Weit gefehlt. Natürlich könnte es noch schlimmer kommen. Denn das ist ja das Tolle am Leben: Es geht einem nie so schlecht, dass es nicht noch schlechter kommen könnte. Ähm ja… bevor das hier zu einer philosophischen Abhandlung über den (Un)Sinn des Lebens wird, zieh’ ich mal lieber die Notbremse. Und berichte über den Wahnsinn, den mein Leben so bietet.

Punkt Eins der Tagesordnung: Die Woche aus schulischer Sicht.

Aus schulischer Sicht war diese Woche mal wieder total für’s Brötchen. Wieder 30 Stunden meines Lebens in der (Lehr)Anstalt vergedeudet, weil ich nichts gelernt habe. Aber davon war ja auszugehen. Wer mir nicht glaubt, ich werde das jetzt mal beispielhaft am heutigen Tage demonstrieren:

1. Stunde. Gemeinschaftskunde. Komische Gruppenarbeit zum Thema Rollenbilder. In Kombination mit noch komischerem Rollenspiel. War am Ende mit zwei Frauen verheiratet, hatte drei Kinder und Häuser auf der ganzen Welt, weil ich mit 18 die spanische Weihnachtslotterie gewonnen habe. Derjenige, der mir den Sinn erklären kann, bekommt einen Keks.

2. Stunde. Physik. Ähü… Muss ich weiter schreiben? Eine ganz normale Physikstunde eben. Der Meister müht sich vorne ab, der Klasse begreiflich zu machen, wie eine Diode funktioniert. Perlen vor die Säue. Kein Schwein hört zu. Der Meister rastet mal wieder aus. Folge: Die Privatgespräche verstummen, das allgemeine Desinteresse bleibt.

3. Stunde. Deutsch. Computerraum. Jeder macht was er will und der Rechercheauftrag wird – ganz im Sinne des Homo faber – in die Wüste von Tamaulipas geschickt. Wieder 45 Minuten rumgebracht. Jawoll.

4. Stunde. Geschichte. Die Arbeitsaufträge aus der letzten und vorletzten Stunde werden besprochen. Dann gibt es einen neuen Arbeitsauftrag. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass die Anwesenheitspflicht für dieses Fach abgeschafft werden sollte. Arbeitsaufträge kann ich auch daheim erledigen…

5. Stunde. Englisch. Mein Lieblingsfach. Wir verbringen 40 Minuten damit, die Hausaufgaben zu besprechen. Den Cartoon, um den es dabei ging, stelle ich bei Gelegenheit mal hier rein. Drei Minuten vor Schluss wird der letztjährige ZK-Text ausgeteilt. Wir sollen ihn daheim übersetzen, um Übung zu bekommen. Es klingelt. Ich lege den Füller weg und betrachte meine Übersetzung. Und dafür haben wir später mal eine Schulstunde Zeit? Nun gut. Mir soll es recht sein.

6. Stunde. Mathe. Mein anderes Lieblingsfach. Nachdem ich irgendwann diese Woche beschlossen habe, in Mathe prinzipiell nicht mehr mitzuschreiben, schmiere ich das Blatt, auf dem ich gestern Nacht meine Hausaufgaben “erledigt” habe (d.h. ich rechne im Kopf und schreibe das Ergebnis hin), mit wirren mathematischen Formeln zu. Von denen keiner außer mir weiß, zu welcher Aufgabe sie gehören. Am Ende stehe ich trotzdem an der Tafel und erkläre meine Lösung der im Unterricht behandelten Aufgabe. Dummerweise stellt sich heraus, dass meine Lösung zwar gut und richtig ist, aber auch eine noch einfachere Lösung existiert. Mir egal. Da ich selbst Zwischenschritte immer auslasse, benötige ich auch mit meiner Methode nicht mehr Zeit. Dann endlich, die Stunde ist vorbei. Ich kritzele während dem Klingeln noch kurz die soeben gestellten Hausaufgaben auf mein Blatt, dann verlasse auch ich diesen unseligen Ort. Denn es ist Wochenende!

Damit wäre ja wohl recht eindrücklich der Beweis erbracht, dass der Besuch dieser pädagogischen Einrichtung bei mir irgendwie sein Ziel verfehlt. Nun gut. Ich beschwere mich nicht. Kann mir Schlimmeres als eine andauernde Unterforderung vorstellen. Aber: Honi soit qui mal y pense – wer mich aufgrund dieser Feststellungen für einen Angeber hält, der irrt gewaltig. Und wer glaubt, dass ich neuerdings auch Französisch kann, der wandelt auf dem gleichen Holzweg ;) .

Punkt Zwei der Tagesordnung: Die Woche aus menschlicher Sicht

WOW! Was für eine Woche! Ich habe mich gleich mit zwei Leuten wieder versöhnt, von denen ich dachte, dass ich mit ihnen Feindschaft bis an mein Lebensende führen würde! Die eine von beiden kennt keiner von euch und geht auch keinen etwas an, aber die andere dürfte der geneigten Leserschaft wohlbekannt sein, denn es handelt sich dabei um niemand geringeres als K.!

Wie kommt’s? Nun ja, eine durchaus berechtigte und auch interessante Frage. Auf die ich eigentlich keine richtige Antwort weiß. Irgendwann war mir dieses kindische Verhalten einfach zu blöd. Zumal es ja nichteinmal den gewünschten Effekt hatte. Was tue ich also? Richtig! – ich krame K.s ICQ-Nummer heraus und schreibe sie an. Und irgendwie stellen wir im Verlaufe des Gesprächs fest, dass wir eigentlich garkein Streitobjekt mehr haben.

Punkt Drei der Tagesordnung: Das Kuriosum der Woche

Tja, alle Jahre wieder kommt es vor, dass mich jemand Wildfremdes im ICQ anschreibt. Allerdings stellt sich meist recht bald heraus, dass dieser “Wildfremde” mir eigentlich mehr oder weniger gut durch irgendein Forum/Webseite/Whatever bekannt ist. Diesmal nicht. Denn diese Woche schrieb mich eine gewisse “Svenja” an, die behauptete, meine Nummer von P. zu haben. Dacht’ ich mir: “Okay… P. ist gerade nicht da, ich kann die Aussage also nicht überprüfen. Dann vertrauen wir eben mal.” Und gutgläubig wie ich bin, schickte ich “Svenja” im Gegenzug zu dem mir von ihr geschickten Bild auch eins von meiner Wenigkeit… Ziemlich dumm, ich gebe es ja zu. Zumal sich am nächsten Tag herausstellte, dass P. (und auch alle anderen) diese “Svenja” nicht kennt…

Was muss also folgen? Genau – man geht der Sache ein bisschen auf den Grund. Und dank der von F. und mir zu Perfektion gebrachten Kunst des “Identität-unbekannter-Menschen-über-das-Internet-Herausfindens” hatte ich auch schon eine Stunde später einen ansehlichen Ordner mit Informationen über diese “Svenja”. Wohnort und Adresse, Bilder, IP-Adresse, Hobbies… Zu dumm, dass es mir nichts gebracht hat und ich immer noch keinen Schimmer habe, woher Svenja meine Nummer hat.

Und die Moral von der Geschicht’: Adde fremde Leuten nicht. Oder so ähnlich.

Punkt Vier der Tagesordnung: Zum Punkt kommen!

Achja, ich vergaß… Das hier ist mein Blog und nicht meine Autobiographie. Ähäm… Deswegen komme ich dann auch mal zum Ende. Bevor ich hier noch mehr Mist verzapfe. Denn mit diesem Eintrag wäre ja wohl ganz eindeutig bewiesen, dass man auch ohne konkrete Idee oder Thema Seiten füllen kann.

Punkt Fünf der Tagesordnung: Ich habe fertig.

P.S. Kommentaren, die bezeugen, dass das hier auch von irgend jemandem gelesen wird, stehe ich immer aufgeschlossen gegenüber ;)



Motto des Tages
Montag, 7. Januar 2008, 18:26

Als Motto des Tages halten wir fest:

Meine Freunde halte ich mir nah, aber meine Feinde noch näher.

- Charles Montgomery Burns -

Oder nach anderen Quellen: Gaius Julius Caesar. Eigentlich relativ egal, der Inhalt zählt. Weshalb ausgerechnet der Spruch mein Motto des Tages ist, möge sich die geneigte Leserschaft bitte selbst erschließen…



Das Wort vom Freitag
Freitag, 4. Januar 2008, 21:44

So. Mal wieder was zur gegenwärtigen Lage der Nation. Der Blog hier war ja lange genug tot beziehungsweise ließ an geistreichem Material vermissen. Zumindest kommt es mir so vor. Vielleicht ist das auch nur eine Illusion, die daher rührt, dass ich den Beitrag “Weltpremiere” – nachdem er mehr als sechs Wochen meine Startseite ganz oben zierte – langsam regelrecht hasse. Und das liegt nicht ausschließlich dran, dass eine gewisse K. daran mitgewirkt hat. Die hat nämlich mindestens eine Sache mit der “Weltpremiere” gemeinsam: Sie stehen auf meiner persönlichen “Dinge, die ich mag”-Liste ganz weit unten. Gaaaanz weit unten. Wirklich ganz furchtbar tief unten.

Gut. Soviel dazu. Mehr will ich ja auch garnicht sagen. Sonst artet das ja noch ein Gratis-Promotion für die oben genannten aus. Schrecklicher Gedanke… Dass allein das oben geschriebene schon zuviel war, werde ich spätestens dann wieder merken, wenn so Leute wie Debo oder J. über mich herfallen und mich zwingen wollen, einen auf Friede-Freude-Eierkuchen zu machen. Phhh – die Welt ist kein Dauerlutscher, je früher man das lernt, um so besser.

Wenden wir uns also anderen Dingen zu. Während ich hier gemütlich in meinem Sessel sitze, ein Sandwich verdrücke, mich leise von klassischer Musik – jawohl verehrter Leser, Sie haben richtig gelesen: klassische Musik! – berieseln lasse und mich nebenher durch fremde Blog belustigen und – ähm, nennen wir es mal – inspirieren lasse (denn Leichenfledderer sind wir ja schließlich alle, nicht wahr Herr von Mythenmetz?) , stelle ich mit Entsetzen fest, dass heute schon Freitag ist. Der letzte Ferientag.

Argh, erwischt. Ich hasse es, wenn ich in den Ferien mein Zeitgefühl verliere. Tja… was hatte man sich nicht alles für die Ferien vorgenommen? Chemie-Praktikumsberichte zur Druckreife bringen, Chemie-Präsentationen zu Präsentationsreife bringen, Latein lernen, eine GSL vorbereiten – geschenkt. Es ist doch jedesmal das selbe. Man findet immer jemanden im ICQ, der gerade viel interessanter und netter ist als die böse Schule. Aber hey! Man findet auch immer eine Formulierung für das Erreichte, die sogar halbwegs positiv klingt. Und so faul war ich ja garnicht. Der Praktikumsbericht liegt gedruckt irgendwo auf meinem Schreibtisch, die Präsentation ist wenigstens halb fertig und in Sachen GSL habe ich festgestellt, dass: a) das Buch “Der Baader Meinhof Komplex”, seines Zeichens aktuelles Vorzeigestück meiner Nachttischbibliothek, sehr lesbar ist und b) das Thema RAF den mir gegeben Zeitrahmen bedauerlicherweise geringfügig überschreitet und ich mir jetzt erstmal einen Unteraspekt krallen muss, den es dann zu beackern gilt. Und Latein… die Klausur ist ja erst in zwei Wochen, also erstmal keinen Stress.

Was bleibt also nach zwei Wochen Weihnachtsferien? Nun, da wären zum einen die Geschenke, die der Heilige Abend für mich bereithielt. Diesjähriges Fazit: externe Festplatte, Pokerkoffer, diverse Bücher und – wer hätt’s gedacht? – auch Geld. Die Ausbeute darf also getrost als sehr gut bezeichnet werden, vor allem wenn man den schwarzen Mantel, den ich mir selbst geschenkt habe, mit einberechnet.

Zum anderen bleibt die Gewissheit, dass man wieder mal ein Jahr zu Grabe getragen und ein neues begonnen hat. Fantastisch, vor allem wen mal bedenkt, was uns dieses Jahr alles geboten wird: ein zusätzlicher Tag im Februar, Zentrale Klassenarbeiten, Fußball Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz, Olympische Spiele in Peking, dem selbsternannten Mekka der Menschenrechte, Präsidentschaftswahlen in den USA – es ist nicht zu übersehen, 2008 wird ein Jahr mit Ereignissen, die große Schatten vorrauswerfen.

Nicht zu vergessen die Vorratsdatenspeicherung, dank der der bei Datenschützern und Internetnutzern allseits beliebte Innenminister Schäuble jetzt über alles ganz genau Bescheid weiß. Und irgendwer wollte mir doch tatsächlich weismachen, das 21. Jahrhundert würde aufgrund der Vergänglichkeit seiner Datenträger später mal zum am schlechtesten dokumentierten Jahrhundert überhaupt werden…

Eigentlich wäre an dieser Stelle auch der richtige Ort für einen Rückblick. “2007 – ein bewegtes Jahr” – das wäre doch mal ein Beitrag! Am besten schön kitschig und rührselig. Und ja nichts unbeschönigt lassen. Man will dem Titel ja gerecht werden. Schließlich könnte der genauso gut aus einer großen deutschen Boulevardzeitung stammen. Ähäm… Ihr seht, der Gedanke fasziniert mich wirklich ungeheuerlich. Aber man will ja seinem Niveau treu bleiben; und deswegen sehe ich davon ab, euch mit geistigen Ergüssen dieser Art zu belästigen.

So. Das wars. Schon wieder einen Beitrag geschafft. Schon wieder zum Anwachsen des Welt-Datenvolumensbeigetragen. Schon wieder dafür gesorgt, dass noch ein bisschen mehr CO2 in die ohnehin schon schwer gebeutelte Atmosphäre geblasen wird. JA! Ich fühl mich gut…



Nachruf: Abstinenzwette
Donnerstag, 3. Januar 2008, 18:38

Hiermit gebe ich das offizielle Ende der sogenannten Abstinenzwette bekannt. Nachdem ich meinen Posten als Regelhüter an C. (die Freundin von P.) abgegeben hatte, löste diese die Wette am späteren Abend des 31. Dezember 2007 auf. Sowohl J. als auch P. haben seit dem wieder Alkohol konsumiert.

Für die weiteren Folgen in Bezug auf Wetteinsätze etc. sehe ich mich nicht in der Verantwortung, die Beteiligten mögen das bitte unter sich oder mit C. ausmachen.

Sollte sich jemand wundern warum ich die Kontrolle der Wette abgegeben habe:

Da ich mich aufgrund scheinbar unüberwindbarer Differenzen mit K. beharrlich weigere, irgendwelche Veranstaltungen zu besuchen, bei denen sie ebenfalls anwesend ist, sah ich mich nicht mehr in der Lage, die Einhaltung der Regeln in ausreichendem Maße kontrollieren zu können und beschloss daher, diese Verantwortung C. zu übertragen.

Oben genannter Boykott diverser Veranstaltungen ist auch der Grund für den gegenwärtigen Mangel an neuen Inhalten in diesem Blog. Dafür und auch für diesen Eintrags, der offensichtlich jeglichem sonst hier gebotenem Schreibstil entbehrt, möchte ich mich entschuldigen.

Das ist alles was ich noch zu sagen hatte.



In memoriam
Dienstag, 1. Januar 2008, 21:11